Jean Ziegler, der einflussreiche und umstrittene Schweizer Soziologe und UN-Menschenrechtsbeauftragte, ist im Alter von 92 Jahren an Komplikationen der Parkinson-Krankheit gestorben. Der als Hans Ziegler am 19. April 1934 in Thun geborene Intellektuelle war bekannt für seine scharfsinnigen Kritiken am globalen Kapitalismus, dem westlichen Imperialismus und dem Schweizer Bankensektor. Mit über sechs Millionen verkauften Büchern weltweit prägte er die öffentliche Debatte über die Rechte der Hungernden und Unterdrückten.
Zieglers Vermächtnis bleibt ambivalent. Während er sich als Verfechter der Unterdrückten positionierte, beschädigte seine unkritische Unterstützung für Diktatoren, darunter Muammar Ghadhafi, der ihm 2002 einen Menschenrechtspreis verlieh, seine Glaubwürdigkeit in der Schweiz erheblich. Sein Hang zu polemischen Übertreibungen und kontroversen Positionen führte zu mehreren Konflikten, einschließlich einer Verurteilung und einer Geldstrafe von 320.000 Schweizer Franken in einem Rechtsstreit mit Hans W. Kopp. Sein Dienst als Mitglied des Schweizer Nationalrats war von politischen Spannungen geprägt, nicht zuletzt mit Christoph Blocher, der sich konsistent gegen die Aufhebung von Zieglers parlamentarischer Immunität aussprach.
Kernpunkte:
- Jean Ziegler starb im Alter von 92 Jahren an Komplikationen der Parkinson-Krankheit
- Ziegler wurde als Hans Ziegler am 19. April 1934 in Thun geboren
- Ziegler war Mitglied des Schweizer Nationalrats
Quelle: NZZ · de
