Der „Neue Atlas der Migration 2026“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung beschreibt Migration als historischen Normalzustand und als dauerhaftes Merkmal moderner Gesellschaften. Auf Basis internationaler Daten zeichnet die Publikation ein Bild von Migration als globalem Phänomen, das durch wirtschaftliche Ungleichheit, Konflikte, Klimawandel und Arbeitsmärkte geprägt wird. Gleichzeitig kritisiert der Atlas die zunehmende Abschottungspolitik westlicher Staaten und plädiert für einen menschenrechtsorientierten Umgang mit Migration. Während viele statistische Befunde belastbar sind, folgt die politische Einordnung häufig einer normativen Perspektive. Für Sicherheits-, Resilienz- und Verteidigungsakteure liefert der Atlas wichtige Impulse, lässt jedoch zentrale Fragen staatlicher Handlungsfähigkeit und gesellschaftlicher Stabilität weitgehend offen.
Was sagt der Atlas?
- Weltweit leben rund 304 Millionen Menschen außerhalb ihres Geburtslandes.
- Migration bleibt trotz öffentlicher Wahrnehmung ein Minderheitenphänomen, da rund 96 Prozent der Weltbevölkerung im Geburtsland leben.
- Europa und Deutschland zählen zu den wichtigsten Einwanderungsräumen weltweit.
- Demografischer Wandel und Fachkräftemangel erhöhen die Bedeutung von Arbeitsmigration.
- Klimawandel, Konflikte und politische Instabilität werden künftig weitere Migrationsbewegungen auslösen.
- Die EU-Grenzpolitik, Frontex und die Externalisierung von Asylverfahren werden kritisch bewertet.
Quelle: ROSALUX
