Innere Führung der Bundeswehr: Konzept überdenken angesichts neuer Sicherheitsbedrohungen

Eine kritische Analyse der Inneren Führung in der Bundeswehr zeigt erhebliche Defizite bei der Vermittlung des Konzepts: 2014 hatten über 60 Prozent der Unteroffiziere ohne Portepee und 78 Prozent der Soldaten kein oder nur begrenztes Wissen davon. Die Akzeptanz variiert stark je nach Rang – während Offiziere zu 77 Prozent und Stabsoffiziere zu 83 Prozent das Konzept befürworteten, lag die Zustimmung bei Unteroffizieren und Mannschaften bei nur 42 bis 44 Prozent. Während die Mission in Afghanistan als Validierung der Inneren Führung galt, offenbarten sich dort auch Schwächen wie Sinnverlust und gesellschaftliche Distanz.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende und zwingt zu einer grundlegenden Neubewertung des Konzepts. Künftige Konflikte werden durch die Gleichzeitigkeit aller Kriegsformen gekennzeichnet sein. Die Beispiele der ukrainischen Streitkräfte zeigen, dass überlegene Kampfmoral und Siegeswille entscheidend für Truppenmotivation und Effektivität sind. Das gegenwärtige historische Moment bietet die Chance, die Innere Führung neu zu fokussieren – auf Kernprinzipien wie die Gemeinschaft von Nation und Militär, missionsorientierten Einsatz und Einbeziehung ziviler Bundeswehrbeschäftigter.

Kernpunkte:

  • 60 Prozent der Unteroffiziere ohne Portepee und 78 Prozent der Soldaten hatten 2014 kein oder nur begrenztes Wissen von der Inneren Führung.
  • Über 50 Prozent der Befragten in der Bundeswehr 2014 gaben an, noch nie von der Inneren Führung gehört zu haben oder konkret nichts darüber zu wissen.
  • Die Einstellung zur Inneren Führung hängt von der Ranggruppe ab, mit höherer Akzeptanz bei Offizieren (77 Prozent) und Stabsoffizieren (83 Prozent) im Vergleich zu Unteroffizieren und Mannschaften (42–44 Prozent).

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=97lIbrrvfvI · de · mixed