Der Iran-Konflikt hat das strategische Gleichgewicht im Südkaukasus grundlegend verändert und Armenien mehr Handlungsspielraum verschafft. Während die türkisch-aserbaidschanische Dominanz zuvor kontinuierlich gestärkt wurde, hat der Krieg diese Entwicklung unterbrochen und zu einem umstritteneren Gleichgewicht geführt. Der Iran hat durch den Konflikt demonstriert, dass er erhebliche Verluste erleiden kann, ohne zu kapitulieren, und behält bedeutende Vergeltungsfähigkeiten. Dies macht aggressive Militärbewegungen gegen armenisches Territorium risikoreicher und könnte zu einer verstärkten iranischen Unterstützung für Armenien führen. Der maximalistisch konzipierte Korridor-Plan wird schwerer durchzusetzen, während Armenien aus einem Szenario kontinuierlichen Niedergangs in ein umkämpfteres strategisches Umfeld übergeht.
Kernpunkte:
- Der Artsakh-Krieg 2020 und nachfolgende Entwicklungen haben das strategische Gleichgewicht des Südkaukasus drastisch verändert.
- Der Iran-Krieg hat Irans Fähigkeit demonstriert, enormer Bestrafung standzuhalten, ohne zu kapitulieren, und bedeutende Vergeltungsfähigkeiten zu bewahren.
- Der Iran-Krieg könnte die lineare Erwartung kontinuierlicher türkisch-aserbaidschanischer regionaler Gewinne unterbrochen haben.
Quelle: https://hetq.am/en/article/182634 · en · mixed
