Ein fragiles Abkommen zwischen den USA und dem Iran droht zu kollabieren, weil sich beide Seiten über die Kontrolle der strategisch wichtigen Straße von Hormuz uneinig sind. Der Iran behauptet, seine Kontrolle über diesen lebenswichtigen Schifffahrtsweg sei eine rote Linie und beruft sich auf Punkt fünf eines 14-Punkte-Plans, während die USA die freie Passage globaler Öl-, Gas- und anderer wichtiger Güter fordern. Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf betonte in sozialen Medien: „Wir sagten euch: haltet euer Wort oder zahlt den Preis."
Robert Malley von der International Crisis Group weist darauf hin, dass einige Akteure ihre Gewinne auf dem Schlachtfeld durch Diplomatie nutzen wollen, während andere glauben, dass der Waffenstillstand zu früh kam, bevor der Iran den USA genug Schmerz zugefügt hat. Jüngste iranische Anschläge auf drei Schiffe, darunter einen katarischen Flüssiggastanker in einer Schifffahrtsroute nahe der omanischen Küste, wurden von einer diplomatischen Quelle als Werk einer „abweichenden Einheit" der Islamischen Revolutionsgarden beschrieben.
Ebrahim Azizi, Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses, erklärte, dass die Kontrolle der Wasserstraße ein „unveräußerliches Recht" des Iran sei und antworte auf die Frage, wann der Iran die Kontrolle abgeben würde, mit „niemals". Der omanische Analyst Professor Abdullah Baabood sagte der BBC, dieses Ereignis habe den Oman zu einer „substanziellen Position" bewogen, doch man wolle den Konflikt durch Dialog lösen. Der ehemalige britische Diplomat Simon Gass, der Teil des britischen Verhandlungsteams beim 2015er Abkommen war, schlug vor, dass eine Lösung darin bestehen könnte, keine Mautgebühren für die Durchfahrt zu erheben, aber Schiffsgebühren zuzulassen, die dem Iran zeigen, dass er seine Autorität behält.
Kernpunkte:
- Die fragile Situation seit der Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen den USA und dem Iran vor einem Monat scheint sich nun zum Krieg hin verschoben zu haben.
- Der Iran macht deutlich, dass seine Kontrolle über diesen lebenswichtigen Schifffahrtsweg eine klare rote Linie ist, die weder militärischer, wirtschaftlicher noch diplomatischer Druck brechen kann.
- Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf drückte es in sozialen Medien aus und zitierte das Abkommen: „Wir sagten euch: haltet euer Wort oder zahlt den Preis."
Quelle: https://www.bbc.co.uk/news/articles/cwy0ydn033yo?at_medium=RSS&at_campaign=rss · en · negative
