Russische Kriegsschiffe zeigen Präsenz im Ärmelkanal

Russische Kriegsschiffe passieren regelmäßig den Ärmelkanal und führen dort Manöver durch. Die russische Fregatte „Neutraschimy" führte am 20. Juli etwa 65 Kilometer vor Plymouth ein Schießübung durch, während die Fregatte „Admiral Grigorowitsch" im Juni Schüsse auf eine Jacht abfeuerte. Verteidigungsminister Wes Streeting verurteilte diese Aktionen als verantwortungslos und bezeichnete sie als Spitze des Eisbergs täglicher russischer Bedrohungen.

Militärexperte Kevin Rowlands vom Thinktank RUSI sieht in dem Manöver kein illegales Verhalten, aber ein klares Signal – möglicherweise ein Test, wie die neue britische Regierung auf russische Aggression reagiert. Die Manöver könnten auch eine Reaktion darauf sein, dass die britische Marine zuvor einen unter Sanktionen stehenden Tanker der russischen Schattenflotte im Ärmelkanal gestoppt und durchsucht hatte.

Rowlands warnt, dass der Westen sich in einer kriegsähnlichen Situation mit Russland befindet. Er fordert härtere Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte, die aus zwischen 600 und 3000 Schiffen besteht und den Krieg in der Ukraine durch Ölverkäufe an Sanktionen vorbei finanziert. Die Versicherer von Schifffahrtsunternehmen sollten solche Tanker überhaupt nicht mehr abdecken.

Kernpunkte:

  • Schiffe der Russischen Marine passieren regelmäßig den Ärmelkanal.
  • Schüsse wurden kürzlich auf eine Jacht abgefeuert.
  • Die Russische Marine führt dort auch Schießübungen durch.

Quelle: Tagesschau (Deutsch)