Die Bundeswehr soll zur stärksten Armee Europas werden, doch der Weg dahin ist mit erheblichen Hürden gepflastert. Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius haben das Ziel einer deutschen Kriegsfähigkeit innerhalb weniger Jahre ausgegeben, was ein Wachstum auf 260.000 aktive Soldaten bis Mitte der 2030er Jahre erfordert. Bislang ist die Bundeswehr seit der "Zeitenwende" jedoch nur um knapp 2.000 Soldaten gewachsen und verfehlt ihre Jahresziele deutlich. Die Personalgewinnung gestaltet sich schwierig: Ein Viertel der Neulinge bricht in den ersten sechs Monaten ab, und eine geplante freiwillige Wehrdienstform soll die Reserve von Zehntausenden auf 200.000 aufstocken. Auch bei der Infrastruktur herrscht Handlungsbedarf: Über 40.000 zusätzliche Unterkunftsplätze sollen bis 2031 entstehen, zahlreiche Kasernen sind marode.
Die Rüstungsbeschaffung kommt nur schleppend voran. Bundeskanzler Merz kündigte auf dem NATO-Gipfel in Ankara die Genehmigung zum Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern durch Washington an. Die Bundeswehr verfolgt ein mehrschichtiges Luftabwehrsystem mit Iris-T-, Patriot- und Arrow-3-Systemen, verfügt aber derzeit nur über eine Iris-T-Batterie und wenige Patriot-Anlagen. Das Skyranger-30-System von Rheinmetall soll die Lücke in der Drohnenabwehr schließen, doch die Lieferung der ersten 19 Einheiten verzögert sich wegen spezifischer Änderungswünsche der Bundeswehr.
Kernpunkte:
- Die Bundeswehr strebt danach, die stärkste Armee Europas zu werden.
- Friedrich Merz und Boris Pistorius haben das Ziel für Deutschland gesetzt, in wenigen Jahren kriegsbereit zu sein.
- Die Bundeswehr will bis Mitte der 2030er Jahre 260.000 aktive Soldaten haben.
Quelle: FAZ (Deutsch)
