Herrenknecht kritisiert Deutschlands Planungschaos als wirtschaftliche Lähmung

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender des Tunnelbauers Herrenknecht AG, wirft Deutschland vor, sich durch übermäßige Planung selbst zu lähmen. Er kritisiert die Verzögerungen bei großen Infrastrukturprojekten, wie etwa die 20-jährige Diskussion um zwei Offenburger Eisenbahntunnels, und sieht darin eine Gefährdung der Wirtschaft. Herrenknecht fordert ein Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz mit schnelleren Genehmigungsverfahren, verstärkte private Finanzierung durch Anleihen der Deutschen Bahn mit Bundesgarantien und unterstützt die Bewerbung Deutschlands um die Olympischen Spiele 2036 als Katalysator für notwendige Bauvorhaben. Er plädiert zudem für mutigere politische Führung im Verkehrsministerium und kritisiert, dass deutsche Ausschreibungen oft das billigste Angebot priorisieren statt technische Qualität. Herrenknecht sieht Investitionen in Infrastruktur als einzigen Weg aus der Wirtschaftskrise und warnt vor deutscher Selbstüberschätzung bei der Planung.

Kernpunkte:

  • Martin Herrenknecht kritisiert Deutschlands schleppende Umsetzung großer Infrastrukturprojekte.
  • Er erklärt, dass sich Deutschland durch Komplexität und Verkomplizierung selbst zu Tode plant.
  • Deutschland bricht Staatsverträge und lähmt seine eigene Wirtschaft durch Projektverzögerungen.

Quelle: Handelsblatt (Deutsch)