Polens Außenminister Radoslaw Sikorski drohte am Mittwoch damit, die jährlich rund 50 Millionen Dollar teuren Zahlungen für Musks Satelliteninternet-Dienst Starlink zu überdenken. Grund ist eine neue Entscheidung von SpaceX, Polen aus der gemeinsamen europäischen Roaming-Zone für Starlink herauszunehmen, die mehr als 30 Länder wie Deutschland, Tschechien, die Slowakei und Litauen umfasst. Dadurch werden polnische Nutzer ab August wie Kunden zweiter Klasse behandelt und können ihre Terminals im Ausland nicht mehr nutzen. Warschau sieht dies als Vergeltung für seine Rolle als Starlink-Geldgeber für die Ukraine an: Polen hat seit Februar 2022 Tausende Terminals für die ukrainische Armee beschafft und finanziert deren Betrieb bis heute mit. Auch der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski warf SpaceX vor, sein Land zu benachteiligen. Dies ist nicht der erste Konflikt: Im vergangenen Jahr hatte Elon Musk Sikorski nach einer ähnlichen Drohung mit den Worten "Sei still, du kleiner Mann" abgekanzelt, worauf US-Außenminister Marco Rubio Musk zur Seite sprang. Polens Ministerpräsident Donald Tusk reagierte damals mit einem Appell für respektvolle Behandlung westlicher Verbündeter.
Kernpunkte:
- Polens Außenminister Radoslaw Sikorski drohte am Mittwoch damit, die jährlich rund 50 Millionen Dollar teuren Zahlungen für Musks Satelliteninternet-Dienst Starlink zu überdenken.
- Grund ist eine neue Roaming-Beschränkung, die polnische Nutzer noch in diesem Monat treffen soll.
- Auslöser ist eine Entscheidung von SpaceX, Polen aus der gemeinsamen europäischen Roaming-Zone für Starlink herauszunehmen.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
