Ein Drohnenanschlag auf einen Frachter am Flughafen Leipzig, der Nachschub für die Ukraine transportierte, wird als der erste Militärangriff auf Deutschland seit 1945 beschrieben. Innenminister Alexander Dobrindt sprach von einer "neuen Qualität der Gefahr" und einem "hybriden Szenario". Ein Fingerabdruck verbindet den Vorfall mit einem zwei Jahre alten Anschlag, der der russischen Militäraufklärung zugeordnet wird.
Der Artikel kritisiert Europas Zögern, Russland offen als Feind zu benennen, obwohl nur Russland ein Interesse daran hat, ukrainische Nachschublinien zu unterbrechen und Deutschland von seiner Unterstützung abzubringen. Die Militäraufklärung Russlands hat in Europa nachweislich Morde und Anschläge verübt. Der Autor argumentiert, dass Putins Macht auf der Furchtsamkeit des Westens beruht und dass dieses Zaudern Europas Selbstbehauptung gegen autoritäre Mächte schwächt.
Kritik wird auch an der Schweizer SVP geübt, deren Doyen Christoph Blocher behauptete, Russen hätten seit dem Zweiten Weltkrieg für die Schweizer Außenpolitik weniger Probleme verursacht als Amerikaner. Der Autor beobachtet, dass Moskaus Propaganda und Blochers Aussagen auffallend ähnlich sind, und dass Russland aktiv eine Neutralitätsinitiative der SVP unterstützt, über die im September abgestimmt werden soll.
Kernpunkte:
- Eine Drohne wurde bei einem Zivilflugzeug am Flughafen Leipzig gefunden, das Nachschub für die Ukraine transportierte.
- Die Drohne war mit Sprengstoff ausgerüstet, hatte das Flugzeug getroffen, war aber nicht explodiert.
- Ein Fingerabdruck verbindet den Vorfall mit einem zwei Jahre alten Anschlag in Leipzig, der der russischen Militäraufklärung zugeordnet wird.
Quelle: NZZ (Deutsch)
