Millionen Menschen in Polen, Frankreich und Deutschland von Cyberattacken betroffen

In Polen wurden persönliche Daten von knapp 19 Millionen Menschen aus einem medizinischen Softwaresystem gestohlen – etwa zwei Terabyte medizinischer Informationen. Digitales-Minister Krzysztof Gawkowski bezeichnete den Vorfall als eines der größten Cybersicherheitsereignisse in Polens Geschichte. Die Regierung geht von finanziellen Motiven aus und schließt Lösegelderpressungen aus.

In Frankreich drangen Angreifer in Systeme der Finanzbehörden ein und konnten bis Ende Juni Daten von Privatpersonen und Unternehmen herunterladen. Etwa 678.500 Steuerzahler waren betroffen, darunter rund 393.000 Privatpersonen, deren Daten zum Verkauf angeboten wurden. Zusätzlich wurden Daten von knapp zwei Millionen Immobilieneigentümern mit Namen, Adressen und Steuernummern offengelegt.

In Deutschland erlitt die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten einen Ransomware-Angriff. Der am 5. August entdeckte Angriff verschlüsselte Daten, legte das gesamte IT-System lahm und beeinträchtigte alle sieben Gedenkstätten sowie das Büro. Die Angreifer haben die Daten vermutlich auch kopiert.

Kernpunkte:

  • Persönliche Daten von knapp 19 Millionen Menschen wurden in Polen von einem Anbieter von medizinischer Software nach einem Cyberangriff gestohlen, was etwa zwei Terabyte medizinischer Informationen ausmacht.
  • Polens Digitales-Minister Krzysztof Gawkowski beschrieb den Vorfall als eines der größten Cybersicherheitsereignisse in Polens Geschichte.
  • Bei dem polnischen Angriff wurde ein finanzielles Motiv als wahrscheinlicher angesehen, wobei die Regierung Zahlungen ausschloss.

Quelle: FAZ (Deutsch)