Ukraine nutzt Russlands schwächer werdenden Einfluss für Diplomatie-Offensive

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erstmals während des Krieges Armenien, Aserbaidschan und Serbien besucht – Länder, die historisch Moskau nahestehen. Diese diplomatische Offensive wird durch Russlands abnehmenden Einfluss und wachsende Spannungen mit traditionellen Partnern ermöglicht. Ukraine sucht in diesen Ländern Waffen, Handelsmöglichkeiten oder diplomatische Siege gegen Russland.

Die Erfolge bleiben bislang bescheiden. Keine dieser Länder ist bereit, sich klar von Russland abzuwenden, und keine kann die militärischen Fähigkeiten liefern, um den Kriegsverlauf zu verändern. Allerdings zeigen sich Risse: Armenien hat seine Teilnahme am russisch-geführten Militärbündnis CSTO eingefroren, ein US-vermitteltes Friedensabkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien 2025 schloss Russland aus dem Südkaukasus-Prozess aus, und Serbien liefert Ukraine auf indirektem Weg Munition aus der Zeit des Kalten Krieges.

Ukraine und Aserbaidschan erkunden zudem Kooperationen in Drohnentechnologie. Für Belgrad und Jerewan könnte eine Zusammenarbeit mit Kyjiw Vorteile für ihre Europäische Integration bringen.

Kernpunkte:

  • Ukraines Diplomatie findet unerwartet Erfolg über traditionelle Verbündete hinaus.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erste Kriegsbesuche in Armenien, Aserbaidschan und Serbien unternommen.
  • Russland läuft das politische Kapital aus.

Quelle: Kyiv Independent (Englisch)