Russische Störgeräte lenken ukrainische Drohnen zunehmend in NATO-Luftraum ab. Sicherheitsexperten bewerten dies als kalkulierte Strategie Moskaus, um die Reaktionsfähigkeit des Bündnisses zu testen. Im August schoss ein italienischer Eurofighter im Rahmen der NATO-Mission "Baltic Air Policing" eine Drohne über der lettischen Region Balvi ab, nachdem Kiew einen massiven Drohnenangriff auf russische Ziele einschließlich des Ölhafens Ust-Luga geflogen hatte.
Russische UN-Botschafter Wassili Nebensja konstruierte Narrative über angebliche ukrainische Anschlagspläne von baltischen Staaten aus, um Mehrdeutigkeit zu schaffen und NATO-Vergeltung politisch zu erschweren. Litauische Behörden und Verteidigungsminister Robertas Kaunas warnen vor bewussten russischen Provokationen und möglichen Angriffen auf kritische Infrastruktur mit abgefangenen Drohnen. NATO hat die "Baltic Air Policing"-Mission um aktive Luftverteidigung erweitert.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung identifiziert eine kritische Lücke in der europäischen Luftverteidigung angesichts der massiven russischen Drohnenproduktion. Mit geschätzten 79.000 Shahed-Drohnen für 2025 reichen europäische Bestände an Abfangsystemen wie Patriot nicht aus. Die Analyse fordert eine europäische Gegenschlagfähigkeit und stärkere Unterstützung ukrainischer Tiefschläge gegen russische Produktionsstätten.
Kernpunkte:
- Russische Störgeräte lenken ukrainische Drohnen zunehmend in NATO-Luftraum ab.
- Sicherheitsexperten bewerten dies als kalkulierte Strategie Moskaus, um die Reaktionsfähigkeit des Bündnisses zu testen.
- Behörden in Lettland gaben am 14. August Luftalarm aus.
Quelle: Kreisbote (Deutsch)
