Politikwissenschaftler: Ballistische Raketen geben Angreifer strategischen Vorteil

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Der Politikwissenschaftler Fabian Hoffmann erklärt in einem Interview, dass der Landkrieg in der Ukraine festgefahren ist, während Luftangriffe zunehmen, insbesondere durch russische ballistische Raketen. Hoffmann betont Russlands Vorteil mit diesen Waffen und fordert den Westen, besonders Deutschland, dazu auf, wirksame und wirtschaftlich tragfähige Abwehrstrategien zu finden. Er erörtert Herausforderungen bei der Beschaffung fortschrittlicher Flugabwehrsysteme und die Notwendigkeit neuer Abschreckungsansätze.

Nach Hoffmann produziert Russland möglicherweise bis zu 900 ballistische Raketen pro Jahr, während die Ukraine über keine Abwehrmittel gegen diese verfügt. Die wirksamsten Systeme sind Patriot-Raketen der PAC-3-MSE-Variante, doch sind diese teuer und in unzureichender Menge vorhanden. Hoffmann empfiehlt Deutschland, pragmatisch verfügbare Systeme zu beschaffen, darunter ukrainische BARS-Drohnen, amerikanische Tomahawks und kostengünstige Marineflugkörper.

Hoffmann warnt vor russischen Gegenreaktionen bei der Anschaffung neuer Langstreckenwaffen, einschließlich möglicher Änderungen der russischen Nukleardoktrin. Jede Waffenbeschaffung müsse von einer klaren Strategie gestützt werden, die potenzielle russische Gegenmaßnahmen berücksichtigt.

Kernpunkte:

  • Wer mit ballistischen Raketen angreift, ist immer im Vorteil.
  • Der Landkrieg in der Ukraine ist festgefahren.
  • Gegenseitige Angriffe mit Drohnen, Marineflugkörpern und ballistischen Raketen, überwiegend von Russland abgefeuert, nehmen zu.

Quelle: Handelsblatt (Deutsch)