Russlands Abnutzungsstrategie im Ukraine-Krieg zielt auf politische Auszehrung

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Russlands Krieg in der Ukraine hat sich vom gescheiterten Versuch einer schnellen Entmachtung zu einer Zwangsabnutzungsstrategie entwickelt, die darauf abzielt, die Ukraine zu erschöpfen, die westliche Geschlossenheit zu spalten und Russlands Ansprüche politisch zu legitimieren. Die Strategie basiert auf Russlands strategischer Kultur und offiziellen Diskursen: Wladimir Putin erklärte im Juni 2024, Russland würde Waffenstillstand und Verhandlungen akzeptieren, wenn die Ukraine die vier beanspruchten Regionen räumt und auf die NATO-Mitgliedschaft verzichtet. Moskau nutzt dabei seine Vorteile – größere Personalreserven, höhere Verlusttoleranz, industrielle Kapazität und ein politisches System für Ausdauerkonflikte – und wettet darauf, dass die Ukraine schneller zusammenbricht als der Westen eine kohärente Unterstützungsstruktur aufbaut.

Russlands Militärbudget wuchs von 2023 zu 2024 real um 41,9 Prozent auf 145,9 Milliarden Dollar. Die Strategie erfordert keine sofortige operative Durchbrüche, sondern stetige Degradation der ukrainischen Militärkapazität, Demonstrationen von Eskalationsdominanz und Druck auf Zivilinfrastruktur und Staatsfinanzen. Der Westen hat unterdessen Strukturen zur Unterstützung gefestigt: Die NATO etablierte das NSATU-Kommando (seit Dezember 2024), die EU mobilisierte bis Juli 2026 insgesamt 110,4 Milliarden Euro an finanziellem, budgetärem und humanitärem Support. Allerdings ordnete die USA am 20. Januar 2025 eine 90-Tage-Pause in der Auslandsentwicklungshilfe an; Militärhilfe und Geheimdienstunterstützung wurden zeitweise pausiert, dann nach Gesprächen in Jeddah im März 2025 fortgesetzt.

Kernpunkte:

  • Der Russland-Ukraine-Krieg hat sich von einem gescheiterten Entmachtungsversuch in eine Zwangsstrategie der Abnutzung entwickelt, um die Ukraine zu erschöpfen, den westlichen Zusammenhalt zu spalten und Russlands Ansprüche auf Status und strategische Tiefe politisch zu erzwingen.
  • Russland benötigt die totale militärische Niederlage der Ukraine nicht mehr, um einen politisch verwertbaren Erfolg zu beanspruchen.
  • Moskau kann einen verhandelten Waffenstillstand, eine erzwungene Neutralitätsregelung, dauerhafte Grenzen für Kiews militärische Souveränität oder einen geschwächten transatlantischen Zusammenhalt als Sieg darstellen.

Quelle: Army War College — All publications (Englisch)