Russland senkt Gasförderpläne nach Verlust des europäischen Marktes deutlich

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Russland hat seine Gas-Produktions- und Exportprognosen für die kommenden Jahre erheblich nach unten korrigiert, nachdem es den europäischen Markt verloren hat. Die EU plant, ihre restlichen russischen Gasimporte bis 2027 auslaufen zu lassen, was es Russland schwer macht, die Pipeline-Ausfälle durch erhöhte LNG-Exporte nach Asien auszugleichen. Die russischen Pipeline-Gasexporte nach Europa sind seit 2018–2019 um etwa 90% eingebrochen, von etwa 180 Milliarden Kubikmeter auf nur 18 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2025. China wird zunehmend ein wichtigeres, aber keineswegs gleichwertiges Abnehmerland für russisches Pipeline-Gas.

Für 2026 erwartet Moskau nun eine Gasproduktion von 683,1 Milliarden Kubikmetern, 5,3 Milliarden weniger als vorher prognostiziert. Für 2027 senkt das Wirtschaftsministerium die Prognose von 711,3 auf 696,1 Milliarden Kubikmetern. Für 2028 werden 710,5 statt 731,9 Milliarden Kubikmetern erwartet – eine Differenz von 21,4 Milliarden Kubikmetern, die fast 40% der Jahreskapazität von Nord Stream 1 entspricht. Die LNG-Exporte für 2026 sollen auf 35 statt 40,3 Millionen Tonnen zurückgehen, da die EU ab 1. Januar 2027 russische LNG aus Langzeitverträgen komplett verbietet.

Russlands Hoffnungen ruhen nun auf China. Im Jahr 2025 lieferte Gazprom über die Sila-Sibiri-Pipeline 38,8 Milliarden Kubikmetern Gas nach China, ein Plus von 24,8% gegenüber 2024 – erstmals mehr als über die westlichen Exportrouten einschließlich der Türkei. Moskau und Peking haben sich auf eine mögliche Steigerung der Sila-Sibiri-Lieferungen auf bis zu 44 Milliarden Kubikmetern jährlich geeinigt, doch der Bau der zweiten Pipeline Sila Sibiri 2 stockt seit Jahren wegen eines Preisstreits.

Kernpunkte:

  • Die EU wird ihre restlichen Gasimporte aus Russland beginnend 2027 schrittweise beenden.
  • Russland korrigiert seine Prognosen für Gasproduktion und -exporte erheblich nach unten.
  • Für 2026 erwartet Moskau eine Gasproduktion von 683,1 Milliarden Kubikmetern, was 5,3 Milliarden weniger ist als vorher prognostiziert.

Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)