Deutschlands Gesundheitswesen bereitet sich auf Kriegsfall vor

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Deutschlands Gesundheitswesen rüstet sich systematisch für einen Kriegsfall auf. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führte erstmals eine bundesweite Umfrage zur Krisen- und Katastrophenresilienz unter Arztpraxen durch, an der etwa 4000 Praxen teilnahmen. Die Befragung erfasste Kenntnisse zu chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren sowie die Bereitschaft für Triage-Maßnahmen, analoge Telefone, Notfalltechnik und die Verfügbarkeit von Reservisten.

Krankenhäuser bewerten ihre Kapazitäten zur Behandlung von Kriegsverletzten, einschließlich der Nutzung unterirdischer Räume und möglicher Bundeswehr-Finanzierung. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Deutschland bis 2029 kriegstüchtig sein muss. Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann erklärte, dass der ambulante Sektor stärker in die Notfallversorgung von Verwundeten eingebunden werden muss. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr führte Übungen durch, um die Verteilung von Verwundeten in einem NATO-Russland-Kriegsszenario zu trainieren.

Baden-Württemberg und die Sanitätsakademie der Bundeswehr unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung für ein Pilotprojekt zur zivil-militärischen Zusammenarbeit. Der Betriebsführer des Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, Tomislav Gmajnic, betonte, dass es bislang keine formalen Vereinbarungen mit der Bundeswehr zur Finanzierung gibt. Die BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag kritisierte die Militarisierung des Gesundheitswesens und fordert volle Transparenz und Priorität für die zivile Versorgung.

Kernpunkte:

  • Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führte erstmals eine bundesweite Umfrage zur Krisen- und Katastrophenresilienz unter Vertragsarztpraxen durch.
  • Die Umfrage erfasste Kenntnisse und Fähigkeiten zu chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren.
  • Krankenhäuser prüfen ihre Kapazität, Kriegsverletzten zu behandeln, einschließlich der Nutzung unterirdischer Räume und Bundeswehr-Finanzierungsbeteiligung.

Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)