Brasiliens Stichwahl entscheidet über Zukunft des Amazonas und Rohstoffzugang des Westens

veröffentlicht am

Brasilien wählt am 25. Oktober seinen nächsten Präsidenten in einer Stichwahl, deren Ergebnis über die Zukunft des Amazonas entscheidet. Der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, will die Politik seines Vaters fortsetzen und das Amazonasgebiet stärker für Landwirtschaft, Bergbau und Infrastruktur erschließen sowie die Zuständigkeiten der Umwelt- und Indigenenbehörden beschneiden. Während Jair Bolsonaro die Abholzungsrate auf 13.000 Quadratkilometer pro Jahr steigerte, sank sie unter dem aktuellen Präsidenten Lula wieder auf 5.731 Quadratkilometer.

Umweltschützer fürchten, dass ein Sieg Flávio Bolsonaros die bisherigen Fortschritte rückgängig machen könnte. Unter Lula wurden seit 2023 etwa 1,2 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden, und die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Entwaldung sanken von 2023 auf 2024 um 435 Millionen Tonnen. Gleichzeitig weckt der Amazonas mit seinen kritischen Rohstoffen das Interesse westlicher Nationen.

Kernpunkte:

  • Brasilien entscheidet am 25. Oktober in einer Stichwahl über seinen künftigen Präsidenten.
  • Flávio Bolsonaro will das Projekt seines Vaters fortsetzen.
  • Jair Bolsonaro versuchte nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Putsch.

Quelle: Handelsblatt (Deutsch)