Deutschlands Raffinerien stehen vor einem grundlegenden Wandel weg von fossilen Rohstoffen hin zu klimafreundlicheren Alternativen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche entwickelt eine nationale Strategie, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz in Einklang zu bringen. An elf Standorten produzieren die Raffinerien einen Großteil des Kraftstoffbedarfs im Verkehr und liefern Rohstoffe für Chemie- und Pharmaindustrie, sind also Teil der strategischen Infrastruktur.
Reiche fordert einen schrittweisen Umbau der Anlagen, um künftig biogene Kraftstoffe und synthetisches Flugbenzin herzustellen. Dies erfordert allerdings Investitionen in Milliardenhöhe. Grünen-Politiker Michael Kellner ist skeptisch, dass die Mineralölwirtschaft daran ein Interesse hat, und wirft Reiche vor, sie versuche, das fossile Geschäftsmodell zu retten. Energiewissenschaftlerin Claudia Kemfert fordert eine echte Transformationsstrategie statt einer Bestandsgarantie für fossile Modelle.
Die Mineralölwirtschaft beklagt unter Verbandsvertreter Christian Küchen die EU-Klimaschutzvorschriften als internationalen Wettbewerbsnachteil. Reiche unterstützt die Branche und setzt sich gegen zu hohe Belastungen durch den Emissionshandel ein sowie für eine Verschiebung der Methanverordnung. Forscher Manfred Fischedick warnt vor erheblichem Druck auf die Raffinerien durch sinkende Nachfrage, erkennt aber mittelfristig noch eine Zukunft für transformierte Anlagen.
Kernpunkte:
- Deutschlands Raffinerien stehen vor einem grundlegenden Wandel: Weg von fossilen Rohstoffen, hin zu klimafreundlicheren Alternativen.
- Wirtschaftsministerin Reiche will dafür eine Strategie vorlegen.
- Experten sind skeptisch.
Quelle: Tagesschau (Deutsch)
