Die Europäische Union hat eine neue Arktis-Strategie vorgestellt, die Sicherheit und geopolitischen Wettbewerb in den Mittelpunkt rückt und damit den bisherigen Schwerpunkt auf Klimawandel und Kooperation mit Russland ablöst. Die Strategie spiegelt einen „neuen Realismus" wider und reagiert auf die veränderte Sicherheitslage nach Russlands Krieg gegen die Ukraine. EU-Ratspräsidentin Kaja Kallas und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonen, dass der Krieg die Sicherheitssituation in der Arktis grundlegend verändert hat.
Die EU will ihre Interessen in der Region durchsetzen, darunter die Erschließung von Rohstoffen, den Ausbau militärisch nutzbarer Infrastruktur und den Schutz von Unterwasserkabeln. Sie wird eng mit Kanada, Grönland, Norwegen und den USA bei Rohstoffen in strategischen Partnerschaften zusammenarbeiten. Die Kommission betrachtet die Arktis nun auch als Region, in der sie die militärische Mobilität verbessern will.
Im aktuellen Haushalt stellt die EU 260 Millionen Euro für zehn Verteidigungsprojekte mit Arktis-Bezug bereit. Zudem arbeitet die Kommission an einem Konzept für ein Unterwasserkabel, das Europa über Grönland und Kanada mit Japan und Südkorea verbinden soll.
Kernpunkte:
- Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat die Sicherheitssituation in der Arktis und in der EU insgesamt grundlegend verändert.
- Die EU will ihre Interessen in der Arktis durchsetzen.
- Die Arktis erwärmt sich viermal schneller als die Erde im globalen Durchschnitt.
Quelle: FAZ (Deutsch)
