Russland treibt eine verdeckte Mobilmachung voran, ohne neues Dekret

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Russland führt nach Angaben der Berichterstattung eine "verdeckte" Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine durch. Statt eines formellen Erlasses setzt die Führung auf finanzielle Anreize und Zwang. Das Mobilmachungsdekret aus dem Jahr 2022 bleibt rechtlich in Kraft, sodass keine neue Ankündigung nötig ist, um Einberufungen fortzusetzen. Berichten zufolge greifen die Behörden auf Einberufungsrazzien zurück und drängen Wehrpflichtige, Verträge zu unterschreiben. Besonders betroffen seien Männer aus ärmeren und abgelegenen Regionen.

Präsident Wladimir Putin hatte im September 2022 die Mobilmachung von 300.000 Männern angeordnet. Laut Levada-Umfrage brach die monatliche Stimmungslage damals so stark ein wie nie zuvor in der Erhebung. Schätzungsweise 300.000 bis eine halbe Million wehrfähige Männer verließen das Land innerhalb von zwei Wochen nach dem Dekret; allein Kasachstan verzeichnete bis Ende November rund 400.000 Einreisen aus Russland. Die Partei Einiges Russland von Putin gewann damals etwa 58 Prozent und 349 der 450 Sitze.

Das Oberste Gericht Russlands entschied, dass eine Mobilmachungsperiode vom Tag ihrer Ausrufung bis zu einem Dekret läuft, das sie formell beendet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden laut Bericht rund 263.000 neue Verträge unterzeichnet. Der durchschnittliche Anwerbebonus liegt inzwischen bei fast 2 Millionen Rubel (knapp 25.000 Dollar) pro Vertrag. Am 10. Oktober machten sich zudem etwa 120.000 Wehrpflichtige aus dem Herbst-Einberufungszyklus auf den Weg zu ihren Einheiten.

Kernpunkte:

  • Vladimir Putin signed a decree to forcibly mobilize 300,000 men for the war on Sept. 21, 2022.
  • Levada’s monthly mood survey recorded the sharpest one-time collapse in its history.
  • An estimated 300,000 to half a million men of fighting age left the country within two weeks of the decree.

Quelle: ForeignPolicy.com (Englisch)