Kanzler Friedrich Merz kündigte auf dem NATO-Gipfel in Ankara die Beschaffung amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper an. Mit diesem Schritt schließt Deutschland eine strategische Verteidigungslücke, bis eine europäische Lösung verfügbar ist. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Abzug von 5000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland angekündigt hatte.
Die Bundesregierung einigte sich am Rande des NATO-Gipfels mit den USA auf den Waffenerwerb. Washington sagte zu, die erforderliche Genehmigung voraussichtlich im August zu erteilen. Vermutlich wird Deutschland das sogenannte Typhon-System beschaffen. Nach Ansicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius wird es sechs bis neun Jahre dauern, bis ein vergleichbarer europäischer Marschflugkörper einsatzbereit ist.
Die neue deutsche Militärstrategie sieht solche Waffen als Kernfähigkeit vor. Das europäische Programm Elsa, an dem Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Schweden und Großbritannien beteiligt sind, soll eigene Fähigkeiten schneller entwickeln. Mit der Stationierung der Tomahawks übernimmt Deutschland künftig selbst die Verantwortung für einen eventuellen Einsatz.
Kernpunkte:
- Mit der Beschaffung der amerikanischen Marschflugkörper schließt der deutsche Kanzler Friedrich Merz eine strategische Lücke, bis eine europäische Lösung bereitsteht.
- Deutschland übernimmt damit große Verantwortung.
- Der amerikanische Präsident Donald Trump verkündete Anfang Mai den Abzug von 5000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland.
