Deutschland und Westeuropa hinken bei der Abwehr von Hybrid-Angriffen hinterher

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Nach der Entdeckung einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig werden erhebliche Sicherheitslücken gegen verdeckte, vermutlich russische Hybrid-Angriffe in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern deutlich. Während die baltischen Staaten und Polen schnell reagieren, sind größere Nationen wie Deutschland und die Schweiz wegen ihrer langsamen Reaktion und Beschaffungsprozesse kritisiert worden.

Die baltischen Staaten haben konkrete Schritte eingeleitet: Estlands Innenminister Igor Taro kündigte an, dass erste Drohnenabwehrsysteme installiert sind und funktionieren. Estland hat nach einem Drohnenabsturz bei einem Kraftwerk ein Drohnenerkennungssystem installiert und plant, seine gesamte Grenze zu Russland bis Jahresende zu sichern. Lettlands Verteidigungsminister Raivis Melnis kündigte an, die gesamte östliche Grenze bis Ende September mit automatischen Drohnenabwehrsystemen auszustatten. Litauen rief im Dezember einen Notstand aus, nachdem Wetterballons aus Belarus Flughafenschließungen erzwungen hatten, die als Hybrid-Kriegführung eingestuft wurden. Polen plant, seine gesamte Ostgrenze bis Ende 2027 mit einem umfassenden Drohnenabwehrsystem namens "San" zu sichern.

Deutschland und andere westeuropäische Länder zeigen sich bei der Benennung Russlands als Verursacher zögerlich. Drohnenanschläge, Sabotage und Spionage haben in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 zugenommen. Auch Südosteuropa ist betroffen: In Bulgarien explodierte eine Drohne in der Nähe einer Gasleitung.

Kernpunkte:

  • Eine Drohne mit Sprengstoff wurde am Flughafen Leipzig gefunden.
  • Erhebliche Sicherheitslücken gegen verdeckte, vermutlich russische Angriffe sind in Deutschland und Westeuropa offensichtlich.
  • Estland installierte nach einem Drohnenabsturz im Kraftwerk Auvere ein Drohnenerkennungssystem.

Quelle: NZZ (Deutsch)