US-Geheimdienste haben ihre Bewertung überarbeitet und halten eine russische Eskalation mit begrenzten Bodenoperationen gegen NATOs Ostflanke ab Herbst 2026 für möglich. Militäranalyst Franz-Stefan Gady beschreibt potenzielle russische Strategien, darunter massive Luft- und Cyberangriffe, und hebt NATOs Verwundbarkeiten in der Luftverteidigung hervor. Er warnt, dass die NATO nicht über ausreichend Raketen verfügt, um einen russischen Luftangriff abzuwehren, und weist auf fehlende bodengestützte Luftverteidigungssysteme sowie mangelnde integrierte Drohnenabwehr hin, besonders in deutschsprachigen Ländern.
Gady zufolge könnte Russland einen Angriff mit Tausenden Drohnen und Raketen kombiniert mit Cyberattacken, Sabotage im NATO-Gebiet und begrenzten Bodenoperationen durchführen. Solche Operationen könnten mit Drohungen, ballistische Raketen und Information Warfare eskaliert werden. Eine begrenzte Operation gegen einen baltischen Staat kurz nach Ende der Ukraine-Kämpfe hält er für möglich.
Obwohl Russland sich grundsätzlich auf einen möglichen Konflikt mit dem Westen vorbereitet, ist eine unmittelbare Eskalation nicht sicher. Europa müsse Streitkräfte verstärken und mit möglichen Eskalationsszenarien vertraut machen, um in Krisen handlungsfähig zu bleiben.
Kernpunkte:
- US-Geheimdienste haben ihre Bewertung überarbeitet und halten eine Eskalation bis zu einer begrenzten Bodenoperation an der NATO-Grenze ab Herbst 2026 für möglich.
- Russland hat relative Vorteile gegenüber der NATO bei Drohnenkrieg, Marineflugkörpern und Raketen, die es in wenigen Jahren verlieren könnte.
- Militärische Konflikte brechen oft aus, wenn ein potenzieller Aggressor glaubt, keine anderen Optionen zu haben, um seine Ziele wie die Schwächung der EU und NATO zu erreichen.
Quelle: Die Presse (Deutsch)
