Europas Bergbauabfälle bergen ein Milliardenmarktpotenzial für kritische Rohstoffe. Das polnische Unternehmen Grupa Virtus hat 15 Millionen Zloty (knapp 3,5 Millionen Euro) aufgebracht und investiert in eine Verarbeitungsanlage, deren Prototyp im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll. Ziel ist die Rückgewinnung von Kupfer, Nickel, Mangan, Molybdän, Zinn und möglicherweise Edelmetallen aus den Abfällen.
Die Kosten für die Extraktion aus Bergbauabfällen liegen um etwa 80 bis 90 Prozent unter denen des Primärabbaus. Die EU-Verordnung zu kritischen Rohstoffen verpflichtet Mitgliedstaaten, geschlossene und aufgegebene Bergbauabfallstätten systematisch zu erfassen. Bis 2030 sollen mindestens 10 Prozent strategischer Rohstoffe aus inländischer Gewinnung, 40 Prozent aus EU-Verarbeitung und 25 Prozent aus Recycling stammen.
Auch andere Projekte wie die Anlage von Euro Manganese im tschechischen Chvaletice zur Verarbeitung historischer Manganabbauabfälle für die europäische Batterie- und Elektroautobranche entstehen. Allerdings ist die wirtschaftliche Rentabilität nicht automatisch gegeben und hängt von Rahmenbedingungen ab. Die Verarbeitung ist technisch anspruchsvoller als bei Primärrohstoffen, und jede Halde muss individuell untersucht werden.
Kernpunkte:
- Das polnische Unternehmen Grupa Virtus hat 15 Millionen Zloty (knapp 3,5 Millionen Euro) Frischkapital aufgebracht, um mit Rohstoffverarbeitung von Abfällen Geld zu verdienen.
- Grupa Virtus investiert derzeit in den Bau einer neuartigen Verarbeitungsanlage, deren Prototyp im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll.
- Das Ziel ist die Rückgewinnung von Kupfer, Nickel, Mangan, Molybdän und Zinn aus den Abfällen, möglicherweise auch Edelmetalle.
Quelle: Handelsblatt (Deutsch)
