Deutschland durchlebt derzeit eine grundlegende Neuausrichtung seiner Außenpolitik: Weg von der Rolle des Vermittlers seit der Wiedervereinigung, hin zu einer Fokussierung auf „Kriegstüchtigkeit". Die Militärausgaben steigen massiv – die Bundeswehr investiert über 10 Milliarden Euro am Standort Holzdorf in Brandenburg, während Deutschland israelische Abfangraketensysteme und 60 Chinook-Hubschrauber für etwa 7 Milliarden Euro erwirbt. Das geplante Militärbudget soll bis 2026 108 Milliarden Euro überschreiten, fast 2,7 Prozent des BIP.
Die Umwandlung durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft. Ein neues Wehrdienstmodell sieht ab Juli 2027 verpflichtende medizinische Untersuchungen vor, die zu Zwangsrekrutierung führen können. Der Bundesgerichtshof hat die Gültigkeit des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung in Frage gestellt. Gleichzeitig werden Krankenhäuser auf ihre „Katastrophenresilienz" überprüft und planen die Nutzung von Tiefgaragen als Operationsräume. Der Sanitätsdienst trainiert für NATO-Szenarien mit bis zu 1000 Verwundeten täglich.
Der Autor argumentiert, dass diese Entwicklung Deutschland in Gefahr bringt, seinen moralischen Kompass und seine friedensorientierte Außenpolitik zu verlieren – eine Abkehr von Traditionen, die unter Persönlichkeiten wie Willy Brandt geprägt wurde.
Kernpunkte:
- Das Militärbudget Deutschlands soll bis 2026 108 Milliarden Euro überschreiten, fast 2,7 Prozent des BIP.
- Die Bundeswehr investiert über 10 Milliarden Euro am Holzdorf-Standort in Brandenburg.
- Deutschland erwirbt israelische Abfangraketensysteme und 60 Chinook-Hubschrauber für etwa 7 Milliarden Euro.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
