Regionale Akteure in Nahost entwickeln alternative Transportrouten und digitale Infrastrukturen, um ihre Versorgungsketten für Energie, Waren, Daten und Menschen weniger anfällig zu machen. Grund sind Spannungen um die Straße von Hormuz, durch die bis Februar 2026 mehr als ein Viertel des global gehandelten Öls, etwa 20 Prozent aller Flüssiggasexporte und bis zu ein Drittel aller Düngemittelexporte flossen. Die Irakische Entwicklungsstraße (IDR), das Projekt eines Indischen Korridors zum Nahen Osten und zur Europäischen Union (IMEC) sowie neue Nord-Süd-Verbindungen zielen darauf ab, diese Engpässe zu umgehen und die regionale Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.
Existierende Infrastrukturen wie die saudische East-West-Pipeline ermöglichen bereits Ausfuhren von etwa 4 Millionen Fässern Öl pro Tag unter Umgehung der Straße von Hormuz. Die Vereinigten Arabischen Emirate nutzen seit 2012 eine Pipeline, die Hormuz umgeht. Der Irak arbeitet an der Wiederherstellung einer Pipelineverbindung von Kirkuk nach Banyas. Geplant sind zudem großflächige Digitalprojekte wie ein 4.500 Kilometer langes Glasfasernetzwerk (SilkLink) der saudischen Telekommunikationsfirma stc von Saudi-Arabien über Syrien bis zur Türkei.
Kernpunkte:
- Fast alle regionalen Akteure sichern sich in verschiedene Richtungen ab, sicherheitspolitisch und durch wirtschaftliche Anpassungen.
- Mehr als ein Viertel des global gehandelten Öls, etwa 20 Prozent aller Flüssiggasexporte und bis zu ein Drittel aller Düngemittelexporte passierten bis Februar 2026 die Straße von Hormuz.
- Die Iranische Revolutionsgarde kündigte im März 2026 die Schließung der Straße von Hormuz an.
Quelle: SWP (Deutsch)
