Deutschland ist zu einem der wichtigsten Kunden der israelischen Rüstungsindustrie geworden und hat seit 2023 Waffensysteme im Wert von mehr als acht Milliarden Euro bestellt. Das Raketenabwehrsystem Arrow 3 macht den Großteil dieser Ausgaben aus: Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte den Kauf 2022 an, die Bundeswehr unterzeichnete den Kaufvertrag 2023 über 3,6 Milliarden Euro, und der Haushaltsausschuss genehmigte eine Erweiterung um 3,1 Milliarden US-Dollar. Zusammen kostet Arrow 3 Deutschland mehr als sechs Milliarden Euro, und die Luftwaffe meldete Ende 2025 die erste Einsatzbereitschaft im brandenburgischen Holzdorf.
Deutschland genehmigt zudem weitere Rüstungsexporte nach Israel: Im ersten Halbjahr 2026 waren es Ausfuhren im Wert von rund 800 Millionen Euro, darunter Panzerabwehrraketen vom Typ Spike (zwei Milliarden Euro), Raketenartillerie PULS und bewaffnungsfähige Drohnen vom Typ Heron TP. Zudem co-finanziert Deutschland seit Jahrzehnten israelische U-Boote, etwa ein Drittel der Kosten für die Dakar-Klasse mit maximal 540 Millionen Euro pro Boot.
Das Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung bezweifelte 2023, dass sich Arrow 3 eignet, um russische Raketen abzufangen. Die Linke fordert einen vollständigen Stopp der Rüstungsexporte nach Israel, doch die Bundesregierung lehnt dies ab und hat die Einschränkungen vom Sommer 2025 wieder aufgehoben.
Kernpunkte:
- Deutschland ist zu einem der wichtigsten Kunden der israelischen Rüstungsindustrie geworden.
- Seit 2023 hat die Bundesregierung in Israel Waffensysteme für mehr als acht Milliarden Euro bestellt.
- Den größten Teil davon macht das Raketenabwehrsystem Arrow 3 aus.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
