Wie Deutschland Russland drei Jahrzehnte lang falsch einschätzte

Eine Rezension zweier neuer Bücher untersucht, wie Deutschlands 30-jährige Annäherung an Russland nach dem Kalten Krieg das Land blind für geopolitische Bedrohungen machte und Russlands Militäraufbau sowie Aggression ermöglichte. Der Artikel zeigt, wie deutsche Politikeliten, insbesondere die Sozialdemokraten unter Gerhard Schröder, wirtschaftliche Zusammenarbeit und "Soft Power" der militärischen Abschreckung vorzogen. Dies führte zu gefährlicher Energieabhängigkeit und zum Versäumnis, die Verteidigung der Ukraine zu unterstützen. Unter Kanzlerin Angela Merkel setzte sich diese Politik fort, während Diplomaten in Moskau vergeblich warnten, dass Russland eine westliche Orientierung der Ukraine nicht akzeptieren würde.

Kernpunkte:

  • Der Handel mit der Russischen Föderation stieg um 600 Prozent gegenüber 1991
  • Deutschland bezog mehr als die Hälfte seiner Gasimporte aus Russland
  • Der Anteil russischer Gaslieferungen an Deutschland erreichte 2021 55 Prozent

Quelle: Engelsberg Ideas (backfill) · en