Verteidigungsminister Boris Pistorius führt ein neues Reservistengesetz ein, um ehemalige Soldaten zur Reservistendienstleistung zu verpflichten. Damit soll eine Reserve von 200.000 Soldaten über sieben Jahre aufgebaut werden, um die NATO-Ostflanke zu stärken. Das Gesetz beendet die bisherige Tradition der "doppelten Freiwilligkeit", nach der sowohl Reservisten als auch Arbeitgeber zustimmen mussten. Arbeitgeber erhalten Ausgleich und Vorlauf. Die freiwillige Rekrutierung hat sich als unzureichend erwiesen, während Unternehmensverbände und Jugendliche skeptisch gegenüber Wehrpflicht bleiben.
Kernpunkte:
- Deutschland hat etwa 860.000 Reservisten auf dem Papier, aber nur etwa 60.000 sind derzeit in konkrete Dienststellen eingeteilt
- Das neue Gesetz würde alle ehemaligen Soldaten und Freiwilligen der Reservistendienstleistung unterwerfen
- Reservisten, die 6 Monate bis 1 Jahr gedient haben, können bis zum Alter von 45 Jahren einberufen werden; diejenigen mit 1+ Jahren Dienst bis zum Alter von 65 Jahren
