Deutschlands Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, wurde kurz vor seiner Abreise vom russischen Außenministerium einbestellt. Der Grund war ein virales Video der deutschen Botschaft, das Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Treibstoffkrise kritisierte. Das Auswärtige Amt betonte, dass diese Position mit den bekannten Forderungen der Bundesregierung und der EU übereinstimmt.
Russland warf Deutschland dagegen vor, in "Terroranschläge" der Ukraine auf zivile Infrastruktur verwickelt zu sein, und kritisierte die Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft scharf. Sprecherin Marija Sacharowa bemängelte, dass die deutsche Botschaft "schmerzhafte Probleme" der russischen Bevölkerung hervorhebe. Das russische Außenministerium erklärte, Deutschlands Öffentlichkeitsarbeit gleiche "dem Stil der schlimmsten Praktiken nationalsozialistischer Propaganda".
Das Auswärtige Amt verteidigte die Arbeit der Botschaft und erklärte, dass der Versuch, sachliche Öffentlichkeitsarbeit zu unterdrücken, aussichtslos sei. Die Botschaft werde weiterhin für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine eintreten. Lambsdorff, der seit August 2020 in Moskau tätig war, wird künftig als Botschafter in Israel tätig sein und ersetzt dort Steffen Seibert.
Kernpunkte:
- Alexander Graf Lambsdorff wurde zum russischen Außenministerium einbestellt.
- Das Auswärtige Amt erklärt, dass der Grund für die Einbestellung ein virales Video der deutschen Botschaft über die Treibstoffkrise in Russland war.
- Das Video fordert Russland auf, seinen Krieg gegen die Ukraine zu beenden.
Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-russland-vergleicht-oeffentlichkeitsarbeit-der-deutschen-botschaft-mit-nazipropaganda-a-905b3b31-a6c8-421f-a960-5cde990bc3ee#ref=rss · de · negative
