Der Artikel hinterfragt die in Europa lange verbreitete Annahme, dass Chinas Macht automatisch wächst und zu einer Liberalisierung führt. China ist nicht der unaufhaltsame Riese, für den viele Europäer es halten. Chinas Verwundbarkeiten – wie eine alternde Gesellschaft und eine Immobilienkrise – verstärken die politische Kontrolle im Inland und eine aggressivere Außenpolitik. Chinas schwache Inlandsnachfrage führt zu Überkapazitäten im Ausland, während massive staatliche Subventionen chinesischen Unternehmen aggressive Preiskämpfe ermöglichen.
Der Artikel argumentiert für eine neue, interessengeleitete europäische Chinapolitik. Diese sollte Europas Stärken nutzen, Lieferketten diversifizieren und glaubwürdige Eskalationsinstrumente in der Diplomatie einsetzen, anstatt eine vollständige Entkopplung oder eine Systemveränderung durch Handel anzustreben. Entgegen weit verbreiteter Annahmen bei europäischen Politikern braucht China Europa mehr, als allgemein gedacht wird.
Kernpunkte:
- Europas Chinadebatte wurde lange von der Annahme geprägt, dass Chinas Macht fast automatisch wächst und dass dieser Aufstieg zu einer Liberalisierung führt.
- China ist nicht der unaufhaltsame Riese, für den viele Menschen in Europa es noch halten.
- Chinas Fragilität verstärkt die politische Kontrolle im Inland und eine aggressivere Haltung im Ausland.
Quelle: https://thediplomat.com/2026/07/europe-still-has-leverage-over-china/ · en · neutral
