Unbemannte Systeme und künstliche Intelligenz, besonders Seedrohnen, transformieren die Kriegsführung auf dem Meer. Die Ukraine entwickelt diese Technologien sowohl für die Verteidigung als auch für potenzielle Exporte und sondiert in Japan und Taiwan gemeinsame Produktionsmöglichkeiten. Militärexperten und die NATO fokussieren zunehmend auf unbemannte Systeme für verschiedenste Aufgaben von Angriffsoperationen über Rettungseinsätze bis zum Schutz kritischer Infrastruktur. Länder weltweit, darunter USA, China und Deutschland, investieren massiv in diese Technologien.
Die praktischen Anwendungen reichen von den Huthi-Rebellen, die 2017 die saudische Fregatte al-Madinah mit einem ferngesteuerten sprengstoffgeladenen Boot angriffen, bis zur ukrainischen Strategie, die russische Schwarzmeerflotte mit Unterwasser- und Überwasserdrohnen schwer zu beschädigen und aus Häfen wie Sewastopol zu verdrängen. Im Mai 2025 schoss die Ukraine mit einer Seedrohne vom Typ Magura V7 ein russisches Su-30-Kampfflugzeug über dem Schwarzen Meer ab.
NATO und ihre Mitgliedstaaten bauen ihre Kapazitäten aus. Nach mutmaßlichen russischen und chinesischen Angriffen auf Pipelines und Datenkabel in der Ostsee etablierte das Bündnis die Task Force X Baltic. Deutschland und mehrere nordische Staaten erprobten verschiedene Drohnensysteme in der Ostsee und einigten sich auf eine zweite Phase dieser Initiative. Der Rüstungskonzern Rheinmetall plant zusammen mit dem britischen Unternehmen Kraken Drohnenschwärme für Aufklärung und Überwachung der Bundeswehr zu bauen. Deutschland setzt seinen Schwerpunkt jedoch vorerst noch auf bemannte Schiffe.
Kernpunkte:
- Ukrainische Hersteller von Angriffsdrohnen suchen in Fernost neue Kunden und sondieren in Japan und Taiwan den Aufbau einer gemeinsamen Produktion.
- Die jemenitischen Huthi-Rebellen etwa griffen im Januar 2017 vor der eigenen Küste die saudische Fregatte al-Madinah mit einem unbemannten, ferngelenkten und mit Sprengstoff beladenen Boot an.
- Die russische Marine musste ihre Schwarzmeerflotte auch deshalb aus dem Krim-Hafen Sewastopol und von der ukrainischen Küste abziehen, weil ihr die Ukrainer mit ihren Unterwasser- und Überwasserdrohnen schwere Verluste zugefügt hatten.
Quelle: NZZ (Deutsch)
