Das Bundesfamilienministerium rüstet sich für eine mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes, sollte die allgemeine Wehrpflicht wieder in Kraft treten. Hintergrund ist die Anordnung, dass Männer ab Jahrgang 2008 sich zur Wehrpflicht anmelden müssen, während die Bundesregierung derzeit auf freiwillige Dienste setzt. Falls sich nicht genug Freiwillige melden, könnte der Bundestag eine Rückkehr zur Wehrpflicht und damit verbunden zum Zivildienst beschließen.
Das Ministerium hat bereits 23 Organisationen kontaktiert und sondiert deren Bereitschaft, Zivildienstleistende einzustellen. Knut Fleckenstein vom Arbeiter-Samariter-Bund lehnt eine bloße Wiederholung des alten Systems ab und fordert eine modernisierte Ausgestaltung mit neun bis zwölf Monaten Dauer sowie erweiterten Qualifizierungsteilen. Michaela Engelmeier vom Sozialverband Deutschland kritisiert den Zwang als erhebliche Beeinträchtigung der Jugendfreiheit und plädiert stattdessen für attraktive freiwillige Engagement. Ines Schwerdtner von Die Linke warnt davor, Zivildienstleistende als billige Arbeitskraft auszubeuten, und fordert bessere Bezahlung sowie kostenlose Verkehrsmittel für Freiwillige.
Kernpunkte:
- Es gibt derzeit keine aktive Wehrpflicht in Deutschland.
- Junge Männer ab Jahrgang 2008 müssen sich zur Wehrpflicht anmelden.
- Die Bundesregierung setzt auf ausreichend Freiwillige in Streitkräften.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine (Deutsch)
