Regierung und Ökonomen wächst die Sorge vor einer Herabstufung von Deutschlands Top-Kreditwürdigkeit. Der rasante Anstieg der Staatsschuld bei gleichzeitig schwachen Wachstumsaussichten könnte Ratingagenturen veranlassen, das Triple-A-Rating infrage zu stellen. Ein Verlust dieses Status hätte erhebliche Konsequenzen: Der Bundeshaushalt würde mit deutlich höheren Zinsen belastet, bei einem einprozentigen Zinsanstieg könnten Mehrausgaben von 17,3 Milliarden Euro pro Jahr anfallen, und es drohten negative Auswirkungen auf andere Euro-Staaten.
Ökonomen wie Jörg Rocholl und Jens Südekum warnen vor den gesamtwirtschaftlichen Folgen einer Herabstufung. Allerdings gibt es auch entwarnenende Stimmen: Die Erfahrungen der USA und Großbritanniens zeigen, dass es ein Leben nach dem AAA gibt und heftige Marktreaktionen eher nicht zu erwarten sind. SPD-Politiker Lars Klingbeil und andere in der Bundesregierung vertrauen darauf, dass jüngste Reformschritte im Bereich Gesundheit und Rente das Rating stützen könnten.
Kernpunkte:
- Sorgen vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands wachsen in der Bundesregierung und unter Ökonomen.
- Der Verlust des Top-Ratings AAA hätte höhere Zinsen, weniger Spielraum im Bundeshaushalt und negative Rückkopplungseffekte auf andere Euro-Staaten zur Folge.
- Ratingagenturen könnten Deutschlands Triple-A-Rating infrage stellen, wenn die Schulden hoch bleiben, das Wachstum aber nicht anspringt.
Quelle: Handelsblatt (Deutsch)
