Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig gefunden – Verdacht auf russischen Anschlag

Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine unbefugte Drohne mit Sprengstoff und beschädigtem Zünder in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs entdeckt. Der Zünder funktionierte nicht, weshalb die Drohne nicht detonierte. Ein DHL-Frachter wurde umgeleitet und kollidierte möglicherweise mit einer zweiten Drohne in der Luft, landete aber mit nur geringfügigen Schäden in Hannover.

Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete den Vorfall als "sehr ernsten Sicherheitsvorfall". CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter vermutet einen gezielten Hybridanschlag unter russischer Regie. Grünen-Politiker Konstantin von Notz forderte verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und Logistik-Hubs. Die Vorfälle reihen sich in ein Muster ähnlicher Vorfälle in Polen und Litauen ein, hinter denen Sicherheitskreise russischen Geheimdienst vermuten.

Drohnen stellen eine wachsende Gefahr für Flugverkehr und kritische Infrastruktur dar. Der Flughafen Berlin-Brandenburg registriert etwa 600 Drohnenflüge pro Woche. Drohnen werden oft nicht erkannt und können üblicherweise nicht abgeschossen werden. Die Bundesregierung hat neue Befugnisse für die Bundespolizei verabschiedet und plant eine eigene Anti-Drohnen-Einheit, doch Experten zweifeln an der Wirksamkeit bestehender Abwehrmaßnahmen.

Kernpunkte:

  • An der Startbahn des Flughafens Leipzig/Halle wurde eine unbefugte Drohne mit befestigtem Sprengstoff und beschädigtem Zünder gefunden.
  • Die Drohne ist vermutlich durch die Luft in den Sperrbereich eingedrungen und ist wegen eines Defekts am Zünder nicht detoniert.
  • Die Drohne befand sich in unmittelbarer Nähe zu einem ukrainischen Frachtflugzeug, das regelmäßig von der NATO genutzt wird.

Quelle: Tagesspiegel (Deutsch)