Regierung bereitet Wiederbelebung des Zivildienstes vor

Die Bundesregierung bereitet die Wiedereingliederung des Zivildienstes vor, falls die Wehrpflicht wieder eingeführt wird. Das Familienministerium befragte 23 große Organisationen zur Verfügbarkeit von Plätzen für potenzielle Kriegsdienstverweigerer. Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Regierung für "Eventualitäten" vorsorgt.

Sozialorganisationen sind gespalten. Der Paritätische Gesamtverband und SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier plädieren dafür, stattdessen Freiwilligendienste zu stärken. Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin von Caritas, erwartet bei einer bedarfsgerechten Wehrpflicht nur wenige Zivis, was den Dienst zur "Randnotiz" machen würde. Ulrich Schneider von Die Linke vermutet, dass es zur Wiederbelebung von Wehrpflicht und Zivildienst gar nicht kommen wird.

Die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung sind angewachsen: In der ersten Jahreshälfte 2024 wurden 5.862 Anträge gestellt, gegenüber 3.867 im vorherigen Jahr und 2.998 im Jahr davor. Von den 23 befragten Organisationen signalisierten 22, dass sie grundsätzlich Plätze für Alternativdienst anbieten könnten.

Kernpunkte:

  • Die Bundesregierung bereitet die Wiedereingliederung des Zivildienstes vor, falls die Wehrpflicht wieder eingeführt wird.
  • Das Familienministerium befragte 23 große Organisationen zur Verfügbarkeit von Plätzen für potenzielle Kriegsdienstverweigerer.
  • Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Regierung für "Eventualitäten" vorsorgt.

Quelle: taz (Deutsch)