Türkei balanciert nach Nato-Gipfel zwischen Westen und strategischer Autonomie

Der Nato-Gipfel in Ankara verschaffte Präsident Erdoğan einen Prestigegewinn und Turkey eine symbolische Aufwertung seiner Position im Bündnis. Trotz einer Hinwendung zu tieferer transatlantischer Integration aufgrund des veränderten Sicherheitsumfelds bleibt Ankaras vollständige Rückkehr zu klassischer Westorientierung unwahrscheinlich. Die Türkei sucht weiterhin das Gleichgewicht zwischen Nato-Verpflichtungen und Beziehungen zu Russland, besonders in der Schwarzmeerregion.

Ankaras Politik der strategischen Autonomie gegenüber Washington und Brüssel stößt an ihre Grenzen. Beim Gipfel versuchte die Türkei, US-Präsident Trump zur Aufhebung von Sanktionen und zur Freigabe von F-35-Lieferungen zu bewegen, erzielte aber keinen Durchbruch. Die Gipfelerklärung bekräftigte die bedingungslose Verpflichtung der Verbündeten zu Artikel 5, stufte Russland als langfristige Bedrohung ein und versprach Unterstützung für die Ukraine.

Kernpunkte:

  • Der Nato-Gipfel in Ankara verschaffte Präsident Recep Tayyip Erdoğan einen persönlichen Prestigegewinn und der Türkei eine symbolische Aufwertung ihrer Position in der Nato.
  • Die von Ankara gegenüber Washington und Brüssel verfolgte Politik der nationalen strategischen Autonomie stößt an ihre Grenzen.
  • Die Gipfelerklärung bekräftigte die bedingungslose Verpflichtung der Verbündeten zu Artikel 5 des Nato-Vertrags, stufte Russland als langfristige Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit ein und versprach Unterstützung für die Ukraine.

Quelle: SWP (Deutsch)