Unternehmer Martin Herrenknecht wirft Deutschland massive Versäumnisse in der Infrastrukturplanung vor und nennt die Situation "blamabel" und ein "Trauerspiel". Große Projekte wie die Brenner-Basistunnel-Verbindung und die Rheintalbahn-Tunnel verzögern sich erheblich, während die Brenner-Durchstechung planmäßig nächstes Jahr erfolgt, Deutschland aber noch nicht einmal die Anschlussroute geplant hat. Trotz eines 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität zweifeln Experten wie Christian Böttger und Industrievertreter an der Ausreichung der Mittel und vermuten, dass große Teile der Gelder eher zur Deckung bestehender Haushaltslücken statt für echte Neuinvestitionen verwendet werden.
Herrenknecht hebt hervor, dass Deutschland in seiner Infrastrukturpolitik den Mut zur Innovation verliert, während Frankreich mit Projekten wie der Metro-Erweiterung oder der "Grand Paris Express" trotz Hürden Erfolge erzielt. Umfragen zeigen, dass 84 Prozent der befragten Unternehmen durch unzureichende Transportinfrastruktur beeinträchtigt sind und für 91 Prozent beschädigte Straßen ein wirtschaftliches Hindernis darstellen. Der SPD-Politiker Lars Klingbeil und andere Vertreter werden mit der Problematik konfrontiert, dass Geld allein für erfolgreiche Veränderungen nicht ausreicht, sondern der Wille fehlt, Bewährtes infrage zu stellen.
Kernpunkte:
- 84 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich durch die unzureichende Transportinfrastruktur beeinträchtigt
- Beschädigte Straßen sind für 91 Prozent der befragten Unternehmen ein wirtschaftliches Hindernis
- Der letzte Tunneldurchbruch am Brenner findet planmäßig nächstes Jahr statt, aber Deutschland hat seine Anschlussroute noch nicht einmal geplant
Quelle: Kreisbote (Deutsch)
