Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eröffnete ein neues Drohnen-Forschungszentrum im sachsen-anhaltischen Cochstedt, nachdem eine Drohne auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig/Halle abgeworfen wurde und nur wegen eines defekten Zünders nicht detonierte. Die Drohne blieb stundenlang unentdeckt auf dem Flughafengelände, bis sie ein Busfahrer fand. Dobrindt kündigte an, die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei von 130 auf 300 Beamte zu vergrößern.
Das zentrale Problem der deutschen Drohnenabwehr bleibt das Zuständigkeitschaos zwischen Bundespolizei, Landespolizei, Flugsicherung und Bundeswehr. Während Grüne und Experten eine Bündelung unter der Bundespolizei fordern, schlagen Unionspolitiker wie Ministerpräsident Daniel Günther vor, die Bundeswehr mit der Drohnenabwehr außerhalb von Kasernen zu beauftragen – was eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag erfordert. Dobrindt zeigt sich zögerlich bei einer Zentralisierung der Kompetenzen. US-Geheimdienste machen Russland für den Vorfall und andere europäische Drohnen- und Sabotageincidenten verantwortlich.
Kernpunkte:
- Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eröffnete ein Drohnen-Forschungszentrum in Cochstedt, Sachsen-Anhalt.
- Ein Drohnenanschlag auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig/Halle scheiterte wegen eines defekten Zünders.
- Die Drohne blieb stundenlang unentdeckt auf dem Flughafengelände, bis sie von einem Busfahrer gefunden wurde.
Quelle: taz (Deutsch)
