Russland beschreibt den Krieg in der Ukraine nun offiziell als „Krieg gegen die Nato" und verstärkt dabei Aussagen über seine Ziele jenseits der Ukraine. Moskauer Sprecher wie Dmitri Peskow behaupten, eine echte Militäraktion laufe, weil Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und Washington Kiew unterstützen. Dies erinnert an die Phase vor der Invasion 2022, als der Westen vor russischen Angriffsplanungen warnte und diese zunächst von Russland als „Horrorgeschichten" und „Propaganda" abgetan wurden.
Analysten verweisen auf Widersprüche in Russlands Rhetorik und Handlungen. Putin forderte bereits 2022, dass eine Nato-Expansion und die militärische Aneignung ukrainischen Territoriums für Russland inakzeptabel seien. Im Juni 2024 behauptete Putin, die Abhängigkeit Europas von den USA sei die Hauptbedrohung, nicht Russland selbst. Historische Parallelen deuten darauf hin, dass Vorhersagen über Putins tatsächliche Absichten schwierig sind und Westliche Warnsysteme bereits mehrfach überrascht wurden.
Die Vorhersagbarkeit politischer Handlungen mächtiger Anführer bleibt umstritten, besonders angesichts von Berichten über geplante taktische Atomwaffeneinsätze im Herbst 2022, die nach US-Informationen unterbunden wurden.
Kernpunkte:
- Joe Biden warnte vor dem unmittelbar bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine vor der Invasion 2022.
- Amerikanische Geheimdienstoffiziere präsentierten europäischen Partnern Satellitenaufklärungsdaten über massive russische Kriegsvorbereitungen an der ukrainisch-belarussischen Grenze.
- Geheimdienstoffiziere in Europa lecken seit Wochen US-Geheimdienstinformationen an die Presse über einen laufenden russischen Angriff auf ein Nato-Land, vermutlich Polen.
Quelle: Berliner Zeitung (Deutsch)
