Obwohl im Sommer 2026 Fragen über einen möglichen außenpolitischen Kurswechsel Deutschlands gegenüber Russland aufgeworfen wurden, bleibt eine Annäherung unwahrscheinlich. Alle etablierten Parteien, Wirtschaftsführer und die Mehrheit der Bevölkerung misstrauen Russland tiefgreifend. Die rechtsextreme AfD, die in Umfragen führt und sich 2024 für ein Ende der Verurteilung der russischen Invasion aussprach, scheitert jedoch an erheblichen Hürden zur Machtübernahme. Bundeskanzler Olaf Scholz band Deutschland eng an die Ukraine-Politik der Biden-Administration und machte das Land zum zweitgrößten militärischen Unterstützer Kyivs, während die Trump-Administration Deutschland mit Verachtung behandelt und Konflikte über Zölle, Grönland und die Ukraine-Position auslöste.
Die historische Infrastruktur deutsch-russischer Beziehungen ist faktisch zerstört; die Nord-Stream-Pipeline wird unter Putin nicht wiederbelebt. Stattdessen steht Deutschland unter gleichzeitigem Druck aus den USA, China und Russland. Die centristischen Mainstream-Parteien unter Kanzlerkandidat Friedrich Merz verfügen über keine überzeugende Strategie für diese feindselige neue Welt. Deutschland muss seine Autonomie gegenüber den USA bewahren – nicht durch eine Rückkehr zur Ostpolitik, die hauptsächlich als Identitätspolitik dient, sondern durch eine post-atlantische Strategie, die europäische Stärke mit globalen, lockeren und inklusiven Allianzen verbindet.
Kernpunkte:
- Der Sommer 2026 hat unter Politikern, Diplomaten und Akademikern Fragen aufgeworfen, ob Deutschland möglicherweise in alte Muster zurückfallen könnte.
- Ein Drohnenanschlag auf deutschem Boden schien darauf abzielen, Deutschland zur Rückkehr zu geschäftlichem Geschäftsverkehr zu zwingen.
- Zwei deutsche Ex-Kanzler, Angela Merkel und Gerhard Schröder, sprachen darüber, einen Friedensvertrag zwischen Kiew und Moskau zu vermitteln.
Quelle: War on the Rocks (Englisch)
