Kritische Infrastruktur in NRW verstärkt Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe

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Drei Viertel der Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS) in Nordrhein-Westfalen sind nach einer Bitkom-Studie in diesem Jahr Ziel von Datendiebstahl, Sabotage oder Spionage geworden. Viele Unternehmen intensivieren ihre Schutzanstrengungen, während die neue Bundesverordnung des KRITIS-Datengesetzes seit März den Kreis der betroffenen Betreiber auf etwa 30.000 Unternehmen ausgeweitet und die Sicherheitsanforderungen verschärft hat.

Wasserversorger wie Gelsenwasser nutzen SCADA-Systeme zur Fernüberwachung ihrer Anlagen, während Energieunternehmen wie RheinEnergie und die Stadtwerke Velbert durch Redundanzen und Ringstrukturen die Stromversorgung bei Störungen aufrechterhalten. Sascha Vaskowitsch von Stadtwerke Velbert erläutert, wie Ringnetze Ausfallzeiten minimieren. Der RWE-Konzern betreibt ein eigenes rund um die Uhr besetztes Security Operation Center mit KI-gestützter Angriffserkennung. Das BSI-Lagebild 2025 zeigt jedoch, dass etwa die Hälfte der KRITIS-Unternehmen noch keine Angriffserkennung installiert hat. Die "CyberSec@Wasser"-Kontrollzentrale in Essen, co-eröffnet vom Land NRW, überwacht die Netzwerke beteiligter Wasserversorger rund um die Uhr.

Innenminister Herbert Reul fordert mehr rechtliche Möglichkeiten für KRITIS-Betreiber zur Abwehr von Angriffen, Ministerpräsident Hendrik Wüst verlangt eine Änderung von Regeln, um Verteidigungsmaßnahmen zu ermöglichen. Reul kritisiert die öffentliche Zugänglichkeit vieler Standort- und Netzpläne und fordert strengere Beschränkungen. Die Bundesregierung aus Union und SPD hat beschlossen, die Transparenz- und Veröffentlichungspflichten für KRITIS-Betreiber zu überprüfen und zu reduzieren. Bei einem Cyberangriff auf die Uniklinik Köln über einen externen Dienstleister wurden etwa 30.000 Patientendatensätze gestohlen.

Kernpunkte:

  • Eine Bitkom-Studie zeigt, dass drei Viertel aller KRITIS-Unternehmen in diesem Jahr von Datendiebstahl, Sabotage oder Spionage betroffen waren.
  • Viele KRITIS-Unternehmen in NRW investieren zunehmend in den Schutz ihrer Systeme und Einrichtungen.
  • Wasserversorger wie Gelsenwasser nutzen SCADA-Systeme zur Fernüberwachung von Wasserwerken und Pumpstationen.

Quelle: WDR (Deutsch)