SRF-Korrespondent Christof Franzen beschrieb in der Sendung «Gredig direkt» die Stimmung im isolierten Russland. Demnach herrscht unter der Bevölkerung weit verbreitete Angst vor neuen Rekrutierungswellen für den Ukrainekrieg. Der Krieg bleibt ein Tabuthema, über das selbst in Familien nicht offen gesprochen wird. Viele Russen – etwa die Hälfte – wollen die Details von der Front gar nicht erst erfahren. Franzen beobachtete, dass Putins Propaganda einen Kriegsende erfolgreich als Sieg darstellen könnte. Die Bevölkerung nimmt Schwäche des Westens wahr und fürchtet aggressive zurückkehrende Soldaten. Staatskritische Äußerungen zum Krieg können mit Strafen wegen «Fake News» geahndet werden. Gleichzeitig gibt es in Russland viele gut bezahlte Stellen wegen niedriger Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. Franzen zufolge sieht Russland keine Zeichen eines baldigen wirtschaftlichen Zusammenbruchs und interpretiert westliche Schwäche sowie die transatlantischen Spannungen als Gewinn.
Kernpunkte:
- Die AfD wird in Russland als "Traumpartner" betrachtet, weil sie weniger Ukraine-Hilfe, weniger EU-Engagement und erneute Gasdeals befürwortet.
- Es gibt keine echte Opposition zu grundsätzlichen Fragen in Russlands Parlamentswahlen, nur zu Nebentthemen.
- Der Ukrainekrieg ist der "Elefant im Zimmer" und ein großes Tabuthema für die russische Bevölkerung, auch innerhalb von Familien.
Quelle: SRF News (Deutsch)
