Das deutsche Sicherheitsunternehmen Hensec hat die Plattform Portags entwickelt, die verschiedene Sensordaten zu einem zentralen Lagebild für den Schutz kritischer Hafeninfrastruktur integriert. Das System kombiniert RF-Sensortechnik und passive Radarerfassung zur Drohnenerkennung mit GNSS-Überwachung, um Störungen und Spoofing-Aktivitäten zu identifizieren. Die Plattform analysiert Signalenqualität, erkennt Interferenzen und führt Plausibilitätsprüfungen durch, wobei Kevin Heneka betont, dass die Korrelation von Informationen einzelner Sensoren für ein gemeinsames Lagebild entscheidend ist.
Die Entwicklung ist vor dem Hintergrund intensivierter Zusammenarbeit der Baltikum-Anrainerstaaten gegen Hybridbedrohungen relevant. Bei einem Sicherheitsgipfel in der Ostsee einigten sich Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Schweden und Norwegen auf verstärkte Informationsaustausche und eine gemeinsame Task Force. Messungen einer 2025-Kampagne zeigten kombinierte Jamming- und Spoofing-Aktivitäten in der südlichen Ostseeregion.
Portags ist modular, skalierbar und kann stationär oder mobil eingesetzt werden. Die Sensorarchitektur wird je nach Standort, Risikoprofil und gewünschter Abdeckung konfiguriert. Mögliche Anwendungsbereiche sind Container-Terminals, Tank-Farmen, Hafenzufahrten und automatisierte Terminals. Das System lässt sich über offene Schnittstellen in bestehende Leitstellen integrieren und verbindet mehrere Sensorknoten über ein gesichertes Datennetzwerk mit einem Operations Center.
Kernpunkte:
- Eine neue Sicherheitsplattform integriert verschiedene Sensordaten zu einem zentralen gemeinsamen Lagebild.
- Die Plattform schützt kritische Hafeninfrastruktur vor Drohnen und GNSS-Manipulation.
- Die Baltikum-Anrainerstaaten beabsichtigen, ihre Zusammenarbeit zum Schutz vor Hybridbedrohungen erheblich zu verstärken.
Quelle: PROTECTOR (Portal für Sicherheit) (Deutsch)
