Außenminister Johann Wadephul hat die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G-20-Gipfel begrüßt und sieht darin einen "Lackmustest" für Putins Verhandlungsbereitschaft. Wadephul betont, dass solche Gelegenheiten zum Verhandeln genutzt werden müssen, verknüpft sein Willkommen aber mit der Bedingung eines Waffenstillstands für echte ernsthafte Verhandlungen. Russlands Außenminister Sergei Lawrow hatte einen Waffenstillstand in dieser Woche im UN-Sicherheitsrat explizit abgelehnt und erklärt, dass Russland verhandeln wird, aber seine "militärische Spezialoperation" nicht unterbrechen wird.
Während eines Besuchs in Kanada traf sich Wadephul mit seiner kanadischen Amtskollegin Anita Anand, um die Sicherheits- und Handelspartnerschaften zu vertiefen. Anand stimmt zu, dass Diplomatie hauptsächlich darin besteht, am Verhandlungstisch zu bleiben und schwierige Gespräche zu führen. Sie schließt einen Boykott des G-20-Gipfels wegen Putins Teilnahme aus. Beide Minister unterzeichneten eine Vereinbarung zum Schutz von Klassifizierten Informationen und vereinbarten die Vertiefung ihrer "strategischen Partnerschaft" durch verstärkte Zusammenarbeit in Handel, Weltraum, künstlicher Intelligenz und kritischen Rohstoffen. Wadephul lobte Kanadas Entscheidung zum U-Boot-Kauf, die großes Potenzial für beide Länder und die maritime Sicherheit ermöglicht.
Kernpunkte:
- Johann Wadephul sieht eine Chance in der G-20-Einladung für Putin, um Fortschritte im Friedensprozess zu erzielen und Druck auf Putin auszuüben.
- Wadephul erklärt, die Einladung werde ein "Lackmustest" für Wladimir Putins Verhandlungsbereitschaft sein.
- Wadephul betont, dass solche Verhandlungsgelegenheiten genutzt werden müssen.
Quelle: Welt (Deutsch)
