Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, Kanada als erstes assoziiertes Mitglied der Europäischen Union aufzunehmen – ein Status, der bislang formal nicht existiert. Diese Initiative, unterstützt durch Mark Carney, zielt darauf ab, eine engere Allianz zwischen Kanada und der EU zu schaffen, um ihre wirtschaftliche und sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA zu verringern und Chinas Dominanz bei kritischen Rohstoffen zu begrenzen.
Die Zusammenarbeit bietet strategische Vorteile: Kanada verfügt über bedeutende Mengen an Mineralien, Metallen und Energie, während China den Großteil der weltweit kritischen Rohstoffe verarbeitet. Der Handel zwischen EU und Kanada ist seit CETA um 75 Prozent gestiegen. Allerdings bestehen erhebliche Hürden: Etwa 70 Prozent des kanadischen Außenhandels erfolgt mit den USA, CETA ist seit 2017 vorläufig aktiv, aber in vielen EU-Ländern nicht vollständig ratifiziert, und eine vollständige EU-Mitgliedschaft ist für Kanada nach geltendem EU-Recht nicht möglich.
Kernpunkte:
- Ursula von der Leyen hat Kanada als erstes assoziiertes Mitglied der Europäischen Union vorgeschlagen.
- Der kanadische Premierminister erhielt standing ovations im Europäischen Parlament.
- Enge Zusammenarbeit zwischen Kanada und Europa soll ihre strategische Autonomie sichern.
Quelle: BR24 (Deutsch)
