Die USA verbieten ihren Geheimdiensten seit langem, ausländische Handelsgeheimnisse zu Gunsten amerikanischer Unternehmen auszuspähen, während Gegner und Verbündete routinemäßig amerikanische Firmen ausspionieren. Präsident Barack Obama kodifizierte dieses Verbot 2014 und versuchte, China und andere Länder zum Verzicht auf Wirtschaftsspionage zu bewegen. Allerdings verletzte China das 2015 erreichte Abkommen mit Obama bereits wenige Monate später.
Die Analyse argumentiert, dass die USA dieses Verbot aufgeben sollten, da die nationale Sicherheit zunehmend von Innovationen des Privatsektors abhängt und China die amerikanische Führung in vielen Schlüsseltechnologien bedroht oder bereits überholt hat. Das Center for Strategic and International Studies dokumentierte 224 chinesische Spionagefälle gegen die USA zwischen 2000 und 2023, von denen mehr als die Hälfte kommerzielle Technologien zum Ziel hatten. Der chinesische Geheimdienst hat systematisch Geschäftsgeheimnisse von amerikanischen und westlichen Unternehmen gestohlen und diese an chinesische Firmen weitergegeben, um die Staatsinitiative "Made in China 2025" umzusetzen.
Die Analyse schlägt vor, dass die USA formale Protokolle etablieren sollten, damit Geheimdienste ausländische kommerzielle Geheimnisse sammeln und mit amerikanischen Hochtech-Firmen teilen können, um technologische Führerschaft zu bewahren.
Kernpunkte:
- Sowohl Gegner als auch Verbündete Washingtons haben amerikanische Unternehmen ausspioniert, um Einblicke in Innovationen in den USA zu gewinnen.
- Das Center for Strategic and International Studies dokumentierte 224 chinesische Spionagefälle gegen die USA zwischen 2000 und 2023, von denen mehr als die Hälfte kommerzielle Technologien zum Ziel hatten.
- Die US-Geheimdienstgemeinde hat lange Zeit eine Politik gegen die Spionage ausländischer Unternehmen zum kommerziellen Vorteil amerikanischer Unternehmen verfolgt.
Quelle: Foreign Affairs (Englisch)
