Die USA haben die Initiative »Sicherheitsschild der Amerikas« gestartet, um Drogenbekämpfung, militärische Zusammenarbeit und geopolitischen Wettbewerb unter ihrer Führung zu verbinden und Lieferketten sowie Rohstoffversorgung in der Westlichen Hemisphäre zu sichern. Die Initiative, die von Verteidigungsminister Pete Hegseth vorangetrieben wird, zielt darauf ab, chinesischen Einfluss zurückzudrängen und bevorzugt Zusammenarbeit mit rechts- bis konservativen Kräften in Lateinamerika. Sie umfasst drei Säulen: Sicherheit (inklusive Klassifizierung von Drogenkartellen als »Narkoterroristen«), Wirtschaft (Sicherung von Lieferketten für kritische Mineralien) und multilaterale Koordination.
Bis Mitte 2026 traten 15 Staaten bei, darunter Chile und Peru, doch wichtige Länder wie Brasilien und Mexiko sind nicht beigetreten. Chile erlebte heftige innenpolitische Kontroversen, mit Kritik von früheren Präsidentinnen Michelle Bachelet und Gabriel Boric, die vor Beeinträchtigungen der strategischen Autonomie warnten. Die chilenische Regierung behauptet, die Initiative sei lediglich eine politische Absichtserklärung, keine bindende Vereinbarung.
Zahlreiche Fragen bleiben zu Bindungswirkung, Effektivität und fehlenden Umsetzungsschritten offen. Mehrere Länder betrachten Europa und China weiterhin als wichtige Diversifizierungspartner und sind skeptisch gegenüber der Stabilität der Allianz, die stark an die Trump-Administration gebunden ist.
Kernpunkte:
- Die USA haben die Initiative »Sicherheitsschild der Amerikas« gestartet, um Maßnahmen zur Drogenbekämpfung, militärische Zusammenarbeit und geopolitischen Wettbewerb zu verbinden.
- Die Trump-Administration verfolgt ein Konzept für eine Hemisphärenordnung unter ihrer Führung und beruft sich auf ideologische Gemeinsamkeiten, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und Lieferketten sowie Rohstoffversorgung zu sichern.
- Viele Fragen bleiben offen zur Bindungswirkung der Vereinbarung und zur Effektivität der Zusammenarbeit aufgrund fehlender Aktionspläne und Umsetzungsschritte.
Quelle: SWP (Stiftung Wissenschaft und Politik) (Deutsch)
