US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, gemeinsame Militärübungen mit Südkorea erheblich zu reduzieren. Trump begründet dies mit Kostenersparnissen und seiner nach eigener Aussage „sehr guten Beziehung" zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Er verknüpft den Schritt auch mit Seouls Weigerung, die USA im Kampf gegen das iranische Atomwaffenprogramm zu unterstützen. Trump wies seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die Manöver deutlich zu kürzen, obwohl diese am Montag wie geplant begannen.
Trumps Vorgehen signalisiert seine Bereitschaft, traditionelle Allianzen für diplomatische Durchbrüche neu zu bewerten. Während die unmittelbaren Auswirkungen unklar bleiben, könnte dies langfristig erhebliche Sicherheitsrisiken bergen. China profitiert nicht von dieser Entwicklung: Nordkorea wird durch seine enge militärische Zusammenarbeit mit Russland gestärkt und abhängiger vom Westen. Nordkorea entsendet Soldaten, Waffen und Munition nach Russland und gewinnt Erfahrung in moderner Kriegsführung, möglicherweise mit technologischer Unterstützung Moskaus. Dies führt zu Chinas Einfluss- und Kontrollverlust über Nordkorea.
Alliierte wie Japan und Südkorea rüsten als Reaktion auf die wachsende Bedrohung auf und diskutieren stärkere Nukleardeterrenz. Zweifel an der US-Zuverlässigkeit fördern ein Wettrüsten in Asien und könnten eine Sicherheitskrise auf der koreanischen Halbinsel beschleunigen.
Kernpunkte:
- Trump möchte Militärübungen mit Südkorea erheblich reduzieren.
- Trump hält die Übungen für zu teuer und für eine unnötige Beleidigung Nordkoreas.
- Trump behauptet, eine „sehr gute Beziehung" zu Kim Jong Un zu haben.
Quelle: NZZ (Deutsch)
